Ahoy, Landratte!
Ich war früher wie du: Kreuzfahrten waren für mich etwas, dass nur Menschen in Hawaii-Hemden und einer Vorliebe für unendliche Buffets tun. Doch dann, tatsächlich so passiert, da ich meine erste Kreuzfahrt mit der Aida gewonnen habe – landete ich auf dem großen Dampfer.
Und siehe da: Es war irgendwie absurd, überteuert und doch absolut großartig. Hier meine Erkenntnisse, warum auch du dich mal auf diese „schwimmende Paradoxie“ einlassen solltest (egal auf welchem Schiff und/oder mit welcher Reederei!).
1. Du wirst zum Buffet-Superhelden
Die Realität: Du betrittst das Buffet. Vor dir: 17 Salatarten, 8 Fleischgerichte und eine Ecke, die nur aus Desserts besteht.
• Dein innerer Dialog: „Ich sollte mich gesund ernähren.“
• Was du tust: Drei Teller voll Lachs, ein Berg Pommes und „Ja, ich nehm’ auch noch die Crème Brûlée, danke.“
• Das Ergebnis: Nach zwei Tagen rollst du wie ein Faultier zurück in deine Kabine.
• Wenn man wieder Zuhause ist, macht man eine Diät (hahahahahahahahaha)
2. Du lernst, Menschen zu meiden – auf höfliche Art
Das Problem: Kreuzfahrtschiffe sind wie ein Ikea an einem Samstag – nur mit mehr Sonnenbrand.
Deine Strategie:
• Früh aufstehen (um 7 Uhr ist das Pool-Deck noch menschenleer).
• Spät essen (wenn alle anderen schon im Bett sind).
• „Zufällig“ in die falsche Richtung laufen, wenn jemand Smalltalk starten will.
• „Sorry, der Platz ist besetzt!“
• Du triffst immer einen Menschen, der schon soooo viele Kreuzfahrten mit sooooo vielen verschiedenen Reedereien gemacht hat … natürlich mit ganz vielen ungefragten Hinweisen – nett nicken und hin und wieder ein „Ach was!“ passt immer!
3. Du entdeckst, dass du doch tanzen kannst
Die Situation: Du sitzt in der Schiffspiano-Bar und trinkst deinen vierten Cocktail. Plötzlich spielt der Pianist „YMCA“.
• Dein Gehirn: „Nein, lass das.“
• Trink lieber noch einen Cocktail – ist alles inklusive
• Dein Körper: „ICH MUSS.“
• Das Ergebnis: Du stehst umringt von 60-Jährigen und machst die beste Performance deines Lebens.
• Danach trinkst Du noch einen Cocktail – ist alles inklusive
4. Du erlebst Luxus – oder zumindest das Gefühl davon
Die Illusion: Deine Kabine ist winzig, aber hey – jeden Abend faltete jemand dein Handtuch zu einem Schwan!
• Die Wahrheit: Du bezahlst für diesen Schwan indirekt mit deiner Rente.
• Die Betten sind kuschelig und werden jeden Abend – nur für Dich – zurechtgemacht (wo ist das kleine Schokolädchen?)
• Aber: Es fühlt sich trotzdem gut an.
5. Du siehst Orte, die du nie freiwillig besucht hättest
Beispiel: Du wolltest nie nach Le Havre. Aber jetzt, wo das Schiff da ist, gehst du halt mal kurz an Land.
• Was passiert: Du entdeckst, dass Le Havre eigentlich ganz cool ist.
• Oder: Du merkst nach 20 Minuten, dass du lieber wieder an Bord wärst – und freust dich auf dein Allyoucaneat-Abendbuffet.
6. Du wirst zum Experten für Schiffs-Etikette
Die Lektionen:
• Ja, du musst Hände desinfizieren, bevor du ins Restaurant gehst.
• Nein, du solltest nicht nackt auf deinen Balkon gehen (auch wenn es nachts ist).
• Doch, du darfst den Kapitän fragen, ob er mal dein Handy aufladen kann. (Er wird nein sagen.)
7. Du realisierst: Kreuzfahrten sind absurd – und das ist okay
Die Erkenntnis:
• Du bezahlst dafür, auf einem schwimmenden Hotel festzusitzen.
• Du isst und trinkst mehr, als du je für möglich gehalten hast.
• Du tanzt mit Fremden zu Musik, die du eigentlich hasst.
• Und trotzdem: Du buchst am Ende schon die nächste.

Fazit: Solltest du eine Kreuzfahrt machen?
Ja!
Weil es dumm, teuer und überwältigend ist – und genau das macht es zum Abenteuer.
Weil du danach nie wieder normal über Buffets denken wirst.
Weil du endlich verstehst, warum Oma Erna jedes Jahr aufs Neue auf ein Schiff steigt.
Und noch ein paar Gedanken zum Schluss!
- Das „Sonderbare Crew-Universum“:
„Warum weiß der Barkeeper am zweiten Tag deinen Namen? Warum winkt jeder Angestellte, als wärst du ein zurückkehrender Held? (Spoiler: Sie sind einfach gut darin – und du fällst drauf rein.)“ Der Handtuch-Schwan ist ein Algorithmus. Und trotzdem: Du fühlst dich besonders. Genieß die Illusion!“
- Wir sind jetzt alle Freunde“-Fiktion:
„Warum unterhältst du dich plötzlich mit der Rentnerin über ihre Hüft-OP? Warum nickst du dem Typen im Pool täglich zu, als wärt ihr alte Weggefährten? Weil das Schiff euch zwingt – und ihr spielt alle mit.“
- Die „Ich-bin-jetzt-anders“-Illusion:
„Nach 3 Tagen denkst du: ‚So könnte ich immer leben!‘ – bis du daheim realisierst, dass niemand dein Bett macht oder Schokolade auf deinem Kissen hinterlässt.“
- Der „Kreuzfahrt-Klischee-Bingo“:
„Checkliste: 1x im Whirlpool mit Fremden über das Wetter reden ☑️, 1x den ‚Schiffs-Fotografen‘ ausweichen ☑️, 1x keinen Nachtisch essen ☑️, 1x heimlich im Aufzug furzen ☑️ und 1x die Kabine nicht finden ☑️“ Und? Wer hat BINGO?
Also: Wann buchst du deine erste Kreuzfahrt? (Oder wartest du, bis du auch Hawaii-Hemden magst?)
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Euer Mattis
P.S. Wenn du mich suchst: Ich bin der, der heimlich noch einen dritten Nachtisch nimmt. Nicht verraten! Oder so kurz vor Mitternacht noch ne Currywurst
